Fans bauen Stadion
Der deutsche Fußballclub 1. FC Union Berlin hat ganz besondere Fans. Als dem Verein das nötige Geld für die umfassende Sanierung des Stadions fehlte, kamen das Präsidium und die Anhänger des Berliner Clubs auf eine außergewöhnliche Idee. Um ihre sportliche Heimstätte, die Alte Försterei, wieder ligatauglich zu machen, wurde ein Konzept entwickelt, das die Beteiligung der eigenen Fans am Stadionbau vorsah. Gewerbebau als Faninitiative könnte man das Vorhaben bezeichnen. Dass die Idee tatsächlich umgesetzt wurde und auch noch bestens funktionierte, überraschte nicht nur die Fußballvereine in ganz Deutschland, sondern holte sogar Journalisten aus aller Welt an die wohl ungewöhnlichste Baustelle Berlins.
Über 2000 begeisterte Fußballfans waren mit 140.000 freiwilligen Arbeitsstunden knapp ein Jahr lang mit dem Stadionbau beschäftigt. Der logistische Aufwand des Projektes war enorm. Und ganz ohne professionelle Betreuung konnte die Aufgabe auch nicht bewältigt werden. Deshalb wurden sechs Teamleiter ernannt, welche den unterschiedlichsten Helfern zur Seite standen. Darüber hinaus haben sich Baufirmen um die schwierigen Arbeiten wie etwa die Schalung oder das Begradigen gekümmert. Alles können die Fans dann eben auch nicht machen. Trotzdem haben sie für ihren Verein eine ganze Menge geleistet und dürfen deshalb zu Recht stolz auf ihr neues Stadion sein. Manch einer hat sogar seinen Jahresurlaub für das einmalige Bauprojekt geopfert.
Am 8. Juli 2009 fand dann die Einweihungsparty des neuen Stadions mit einem Derbykracher gegen Hertha BSC statt. Das Freundschaftsspiel gegen den Lokalrivalen verlor die Mannschaft von Union Berlin zwar, aber das störte die Fans herzlich wenig. Denn sie waren der große Gewinner an diesem warmen Julitag. Gemeinsam haben sie mit angepackt, Arzt neben Krankenschwester, Maler neben Bankkaufmann, alle wollten ihrem Fußballclub ein neues Stadion schenken. Das Ergebnis dieses ungewöhnlichen Gewerbebaus kann sich am Ende durchaus sehen lassen und ist auf jeden Fall ein Besuch wert.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2011, www.gewerbebau.de
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