Architektur und Nachhaltigkeit

Architektur ist heutzutage fest im Gewerbebau verankert. Seien es Bürogebäude, Werkhallen oder Kaufhäuser, für viele Unternehmen ist ein ansprechendes Gebäude aus repräsentativen Zwecken von großer Bedeutung. In den meisten deutschen Großstädten findet man deshalb außergewöhnliche Gewerbebauten, in denen eine oder mehrere Firmen ihre Büros bezogen haben. In Düsseldorf etwa ist der Medienhafen für seine faszinierenden Bürogebäude berühmt geworden. Weltweit anerkannte Architekten wie zum Beispiel Frank Gehry oder Overdiek und Petzinka haben in der Rheinmetropole ihre spektakulären Entwürfe realisieren können. Als herausragendes Bauwerk gilt das Düsseldorfer Stadttor. Der im Jahr 1998 fertig gestellte Komplex ist 75 Meter hoch und bietet Platz für etwa 50 Firmen. Das Gebäude ist eine Symbiose aus den Baustoffen Glas, Stahl, Holz und Stein. Vor allem die Glasfassadenfront macht das Stadttor zu einem echten Hingucker. Weitere Düsseldorfer Bauten, die Gewerbe und Architektur miteinander verbinden, sind zum Beispiel der Neue Zollhof, das Dreischeibenhaus oder das Mannesmann-Gebäude.

Seit einigen Jahren ist auch das Thema Energiesparen und Nachhaltigkeit in den Fokus der Architekten und Bauherrn gerückt. Viele Unternehmen wollen mit ihrem Firmengebäude eine gute Energiebilanz vorweisen können. Umweltbewusstsein und Wirtschaftlichkeit lautet die Devise. Das kommt schließlich auch beim Verbraucher gut an. Deshalb ist es für Firmen ganz selbstverständlich die verschiedenen Möglichkeiten regenerativer Energien in die Planung von neuen Gebäuden mit einzubeziehen. Die verschiedenen Optionen unterscheiden sich im Gewerbebau nicht großartig von den bekannten Energiesparmodellen im Wohnungsbau:

Photovoltaik

Die Gewinnung von Sonnenenergie ist in Deutschland schon länger bekannt. Sogenannte Sonnenmodule fangen die Sonnenstrahlen auf und wandeln sie mit Hilfe des Halbleitermaterials Silizium in Gleichstrom um. Der dadurch gewonnene Strom kann direkt ins Netz eines Gebäudes eingespeist werden.

Erdwärme

Eine Zusammenfassung zum Thema Erdwärme finden Sie hier.

Isolierbau

Ein gut isoliertes Gebäude ist energiesparend und schont die Finanzen. Zum klassischen Isolierbau gehören Dämmstoffe, die eine geringe Wärmeleitung vorweisen. Materialien wie Schaumkunststoff oder Mineralwolle werden beispielsweise zu den dämmenden Stoffen gezählt. Zum Isolierbau gehört aber auch die vernünftige Abdichtung von Fenstern und Türen.

Sonstiges

Es gibt noch mehr Energiesparmodelle, die im Gewerbebau eingesetzt werden können und die Unternehmen finanziell entlasten. Bei größeren Bürogebäuden oder Produktionshallen werden beispielweise Dachbegrünungen gerne eingesetzt. Der Garten auf dem Dach sorgt für eine zusätzliche Isolation des Hauses. Darüber hinaus bietet er auch den Angestellten einen guten Rückzugsplatz in der Mittagspause. Frischluft und Pflanzen wirken sich zudem positiv auf die Motivation und das Empfinden der Arbeitnehmer aus. Neben der Begrünung können auch Windräder auf einem Firmengebäude installiert werden. Ähnlich wie die Sonnenkollektoren produzieren die Windräder Strom für den Eigenbedarf. Weitere Energiesparmodelle sind zum Beispiel das Sammeln von Regenwasser oder der Einbau einer Energiesparbodenplatte bei der Gründung eines Gewerbebaus.

Welche Energiesparmodelle für welches Gewerbeobjekt in Frage kommen, muss natürlich im Einzelfall entschieden werden. Häufig werden aber auch im Gewerbebau mehrere Optionen gleichzeitig umgesetzt. Das Null-Energie-Hotel in Wien ist ein gutes Beispiel für die umfassende Nutzung regenerativer Energien. So erstreckt sich etwa eine Photovoltaikanlage über fünf Stockwerke. Die hauseigene Wärmepumpe versorgt die Unterkunft mit Erdwärme. Eine Genehmigung für Windräder auf dem Dach steht noch aus. Das Hotel spart damit tatsächlich erhebliche Kosten, sagt Geschäftsführerin Michaela Reitterer. Allein die Unabhängigkeit vom Öl sei ein großer Posten.

Selbstverständlich können nicht immer alle Gewerbebauten mit sämtlichen verfügbaren Energiesparmodellen ausgestattet werden. Lohnenswerte Möglichkeiten gibt es trotzdem zur Genüge. Große Produktionshallen etwa können mit vielen Sonnenkollektoren (oder Sonnenmodulen) auf dem Dach eine erhebliche Menge Solarstrom gewinnen. Die Photovoltaikanlage auf dem Flachdach ist sehr schnell installiert und kann in den folgenden zehn bis zwanzig Jahren die Kosten für den Energiebedarf eines Unternehmens deutlich senken.

Auch zukünftig werden regenerative Energien für den Gewerbebau eine wichtige Rolle spielen. Bauherren und Architekten sind dann auf ganzer Linie gefragt, denn das neue Firmengebäude soll sowohl aus architektonischer als auch aus ökologischer Sicht ein voller Erfolg werden.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2011, www.gewerbebau.de

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