Allgemeine Informationen
Die meisten Unternehmen benötigen Gebäude, Produktionshallen oder Büros, um Mitarbeiter zu beschäftigen, Produkte zu entwickeln oder Dienstleistungen anzubieten. Deshalb sind Gewerbebauten ein wichtiges Fundament der deutschen Wirtschaft. Neben den klassischen Objekten wie zum Beispiel dem Bürogebäude oder der Werkhalle gehören auch Hotels, Sportstätten und Supermärkte in den Bereich Gewerbebau.
Die Geschichte des Gewerbebaus ist alt, denn sowohl in der Antike als auch im Mittelalter gab es bereits handwerkliche Betriebe. Auch Unterkünfte, in denen Wanderer und Reisende mit Münzen für eine Übernachtung bezahlen mussten, sind keineswegs eine Erfindung der Neuzeit. Insbesondere die mittelalterlichen Gilden und Zünfte benötigten Produktions- und Lagerstätten. Der Gewerbebau, so wie wir ihn heute kennen, entstand aber erst mit der industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts in England. Durch automatisierte Geräte und bessere Transportmöglichkeiten, zum Beispiel durch die Erfindung der Eisenbahn, konnten gleichzeitig mehr Waren in kürzerer Zeit produziert werden. Firmen erschlossen neue Wirtschaftsfelder, die wiederum innovative Produkte und Dienstleistungen hervorbrachten.
Heutzutage ist Gewerbebau ein weitläufiges Feld. In vielen Städten gibt es sogar spezielle Stadtteile, in denen besonders viele Firmen angesiedelt sind. Wohnungen hingegen findet man dort nur wenige. Diese sogenannten Gewerbegebiete liegen nicht selten am Stadtrand und beherbergen Unternehmen aller Art. Viele Arbeitnehmer wohnen im Stadtzentrum und fahren täglich zum Arbeiten in die städtischen Außenbezirke. Die Abgeschiedenheit vom Stadtkern hat für die Unternehmen vor allen Dingen den Vorteil einer guten Verkehrsanbindung. Häufig liegen Gewerbegebiete nämlich in der Nähe von Autobahnen oder großen Bundesstraßen.
Ähnlich wie beim Wohnungsbau gibt es auch im Gewerbebau herausragende Bauobjekte. Das größte Hotel Deutschlands etwa steht in Berlin und ist das Estrel am S-Bahnhof Sonnenallee im Bezirk Neukölln. Bis zu 1125 Gäste können täglich in dem Hotel übernachten. Es verfügt sogar über einen eigenen Gleisanschluss für Sonderzüge. Mehrere Bars und Restaurants verwöhnen die Gäste mit deutschen und internationalen Köstlichkeiten.
In einer der größten Hallen Deutschlands befindet sich der tropische Freizeitpark "Tropical Islands". Man findet ihn etwa 35 Kilometer südlich von Berlin. Die ehemalige Cargolifter-Werfthalle bietet Platz für 6000 badefreudige Besucher pro Tag. Mit 500 Beschäftigten ist das Freizeitzentrum einer der größten Arbeitgeber der Region. Die Besonderheiten des tropischen Vergnügungsparks sind ein Regenwald mit seltenen Pflanzen und ein originalgetreu nach gebautes Tropendorf.
Die größte Halle der Welt steht in Everett nahe Seattle im Bundesstaat Washington. Sie ist eine wichtige Produktionsstätte des Flugzeugherstellers Boeing und umfasst eine gewaltige Grundfläche von 730 mal 485 Metern. Damit ist die Halle in Everett das größte Gebäude der Welt. Der viele Platz wird allerdings auch benötigt, denn die Montage von Flugzeugen kann schlecht auf kleinem Raum passieren. Insgesamt sind über 30.000 Mitarbeiter auf dem Werksgelände beschäftigt. Es gibt drei Lackierhallen, ein unabhängiges Bahnterminal und ein Luftfahrtmuseum, das von Boing betrieben wird.
Bei den berühmtesten Bürogebäuden in Deutschland hat der Commerzbank Tower in Frankfurt ganz klar die Nase vorn. Der bekannte Wolkenkratzer in Mainhatten ist knapp 300 Meter hoch und war von 1997 bis 2003 das höchste Gebäude Europas. Der Gewerbebau ist aus einem Ideenwettbewerb heraus entstanden und bietet Büroräume für über tausend Angestellte.
Auch bei den Kaufhäusern gibt es große Gewerbebauten. Als größtes Kaufhaus Deutschlands gilt das in Berlin stehende KaDeWe. Das Kaufhaus des Westens wurde von Adolf Jandorf 1907 eröffnet. Auf sieben Etagen finden Shoppingfreunde alles, was das Herz begehrt. Von Mode bis hin zu Feinschmeckerkost bietet das KaDeWe eine umfangreiche Auswahl an Waren aller Art an. Um die 50.000 Besucher kommen jeden Tag in das Berliner Einkaufszentrum. In der Vorweihnachtszeit steigt die Zahl der Gäste sogar auf 100.000 Kunden an. Vor allem für die Touristen, die etwa 40 Prozent der Kundschaft ausmachen, ist das Kaufhaus des Westens eine schöne Sehenswürdigkeit.
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